Von kooperativ bis eigennützig

Welche Strategien nutzen Menschen für ökonomische Entscheidungen? Fabian Dvorak von der Universität Konstanz hat ein Paket für die Open-Source-Programmiersprache R entwickelt, das die Häufigkeit verschiedener Entscheidungsstrategien in experimentell erhobenen Daten schätzt.
© Universität Konstanz

Beim wiederholten Treffen ökonomischer Entscheidungen verhalten sich Menschen sehr unterschiedlich. Ein klassisches Beispiel aus den experimentellen Wirtschaftswissenschaften ist das wiederholte Gefangenendilemma, in dem zwei Personen in mehreren Runden zwischen zwei Optionen wählen: entweder sie treffen eine Entscheidung, die beiden nützt, oder sie entscheiden sich für den eigenen kurzfristigen Vorteil, schaden dabei jedoch dem Gegenüber. Manche Teilnehmende kooperieren dabei durchgängig, andere wählen konsequent die eigennützige Option, und wieder andere reagieren flexibel auf ihr Gegenüber.

Um aus den Daten ökonomischer Experimente abschätzen zu können, wie groß der Anteil verschiedener Entscheidungsstrategien in einer untersuchten Gruppe ist, hat Fabian Dvorak von der Universität Konstanz das Statistik-Tool „stratEst“ entwickelt. Es ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg in die Analyse von Entscheidungsprozessen, indem es neben der eigentlichen Schätzungsfunktion und der Möglichkeit, Strategien für die Analyse hinzuzufügen und anzupassen, auch Werkzeuge zur Datentransformation, Simulation und Modellselektion bereitstellt. Als Erweiterungs-Paket für die Open-Source-Programmiersprache R ist stratEst kostenlos nutzbar.


Das Analyse-Tool „stratEst“ (10.32614/CRAN.package.dropR) kann von CRAN oder im Github-Verzeichnis des Autors heruntergeladen werden.


Den Begleitartikel (doi: 10.1007/s40881-023-00141-7 ) zum Analyse-Tool stratEst finden Sie zum kostenlosen Download auf unserem Publikationsserver KOPS oder auf der Website von Springer Nature.

 

Daniel Schmidtke

Von Daniel Schmidtke - 06.03.2026